05. Januar 2020

Was ist da oben eigentlich los, Herr Awe? Wie der Verzehr von Fischknusperli auf die Zufriedenheit unserer Professor*innen wirkt und was der Uni-Turm damit zu tun hat. Ein Kurzbericht ...

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Stolz und unverkennbar ragt er über die Dächer der Zürcher Altstadt: der Uni Turm. Ich hörte einen Studenten einmal sagen, er sehe in ihm eine Art Mahnmal, dessen Anblick er sich mehr schlecht als recht entziehen könne. Allem voran dann, wenn er spät abends, inmitten der Prüfungsphase und nach nur einem unschuldigen Erholungsbier, reumütig im Schatten der Dunkelheit nach Hause schleiche. Der aus Stein gebaute, mahnende und vor allem gut beleuchtete Drohfinger der Universität riefe ihm bei jedem diese Gänge ins Bewusstsein, dass sein kleiner Resozialisierungsausflug in Anbetracht der noch zu lernenden Materie möglicherweise doch keine so gute Idee gewesen sein könnte. Für den Grossteil der Zürcher und Zürcherinnen ist er aber ein vermutlich mehrheitlich positiv assoziiertes Wahrzeichen. Wir sind einmal da rauf und haben mit Herrn Awe, dem Betriebsleiter des Restaurants, gesprochen.

Angefangen bei der Pasta-Station der Mensa, ist Herr Awe der Universität Zürich lange Zeit treu geblieben und nun seit mehr als vier Jahren in seiner jetzigen Position tätig. Die Hallen des Restaurants dienten früher als Fechtsaal, die Decken sind hoch, die Fenster grosszügig. Ein täglich frisch zubereitetes 3-Gänge-Menü lockt hier die Besucher und Besucherinnen. Am beliebtesten seien allerdings immer die Fischknusperli, da seien die Gäste nämlich immer total aus dem Häuschen. Sollten unsere intellektuellen Förderer also nach der Mittagspause auffällig beschwingt zur Tür des Lehrsaals hereinmarschieren, dann wissen wir jetzt, woran das liegen könnte.

Oft speisen hier Stammgäste, sei es der Star-Chirurg des Uni-Spitals, der zu Tisch noch seinen weissen Kittel trägt, bis zu Rechtsprofessorin XY.  Herr Awe weiss von Allergien, wer Tomaten scheut und wer ein bisschen mehr Sosse auf dem Salat bevorzugt. Natürlich kämen auch andere Gäste, so habe er schon eine US-amerikanische Bundesanwältin, gefeierte Opernstars oder hochrangige Politikerinnen hier begrüssen dürfen. Ab und an marschiert auch eher unerwarteter Besuch durch die Türen des Restaurants. Neugierige Studierende, verirrte Touristinnen oder in schwarz vermummte Aktivisten, die nur schnell einen Banner an der Aussenmauer des Turms befestigen wollen. Herrn Awe jedenfalls wird da oben bestimmt nicht langweilig.

Und wenn ihr euch fragt, wie ihr am Besten zu besagten Fischknusperli kommt? Die einfachsten Optionen sollen euch nicht vorenthalten werden. A, ihr lässt euch einfach von eurem Freund, dem Professoren, einladen. B, ihr werdet selbst Professor oder Professorin.