19. Februar 2019

Die Gäste wissen gar nicht, dass für jedes vegetarische Gericht, das sie bestellen, ein weiteres Fleischgericht in der Küche weggeworfen wird ...

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Ich arbeite für eine Job-Vermittlungs-Agentur, bei welcher Studierende als günstiges Service-Personal an High Class Events vermittelt werden. Bei solch einem Event darf auf keinen Fall etwas schiefgehen. Von jedem Gang, meistens sind das etwa vier Gänge plus Dessert und Käseplatten, werden deshalb rund 50 Portionen zu viel gemacht. Diese bleiben in der Küche stehen, bis alle Gäste fertig gegessen haben. Anschliessend wird uns aufgetragen, das ganze Essen, vom Vitello Tonnato bis zu den medium-rare angebratenen Rindssteaks in den Abfallkübel zu werfen.

Das Ganze ist eine Farce: Das grosse Fest im Vordergrund, vielleicht sogar eine Benefizveranstaltung, alles glänzt und funkelt, inklusive Kronleuchter und Band. Die Leute klopfen sich auf den Rücken dafür, dass sie etwas Tolles geleistet haben, während im Hintergrund haufenweise einwandfreies Essen weggeschmissen wird. Meine Eltern brachten mir bei, dass alles was auf dem Teller liegt, aufgegessen wird. Es frustriert mich zu sehen, dass all der Foodwaste, den wir täglich zu umgehen versuchen, ein Sandkorn im Vergleich zu dem ist, was in grossen Küchen weggeschmissen wird.

Es ist doch bescheuert, dass für ein Event, an dem Leute Spass haben wollen, massenweise Tiere geschlachtet werden, welche dann nicht einmal gegessen werden. Wir Studierende würden das Essen liebend gerne retten und mit nach Hause nehmen, aber in den meisten Fällen wollen die Organisatoren das nicht. Für sie ist es wahrscheinlich rentabler, vor den Gästen ein schickes Image zu bewahren, als eine nachhaltige Lösung für das Problem zu suchen.

 

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